| |
I. Begriffsbestimmungen für Farbmittel
1. Farbstoffe
2. Pigmente
II. Entwicklung von Farbmitteln damals und heute
1. Ursprünge von Farbmitteln
a) Naturfarbstoffe
b) synthetische Farbstoffe
c) Pigmente
2. Internationale Einteilung von Farbmitteln
III. Einfluss
des Lichtes auf den Farbton
1. Die Spektralfarben des Sonnenlichts
2. Farbmischung
IV. Ursprünge
des Stempels
V. Generelles
über Stempelfarben
a) Stempelfarben auf Wasserbasis
b) Stempelfarben auf Ölbasis
c) Stempelfarben auf Alkoholbasis
Grundsätzliche Hinweise
I. Begriffsbestimmungen für Farbmittel
Man unterscheidet Farbmittel
generell in Farbstoffe und Pigmente.
Darunter versteht man:
1.
Farbstoffe:
Farbstoffe sind organische
Farbmittel, die sich in Lösemitteln u./o. Bindemitteln vollständig lösen und damit eine
echte chemische Bindung eingehen.
Diese starr formulierte
Definition lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen:
Gibt man in heißes Wasser
etwas Kandiszucker, so kann man nach einigem Rühren beim Durchschauen des Glases keine
Partikel des Kandis mehr erkennen. Er hat sich vollständig im Wasser gelöst.
2.
Pigmente:
Pigmente sind Farbmittel,
die in Lösemitteln u./o. Bindemitteln ungelöst vorhanden sind.
Auch für diese Definition
gibt es ein verdeutlichendes Beispiel:
Versucht man Ruß mit Wasser
zu mischen, so könnte man auch nach längerem Rühren oder Schütteln immer noch
Rußpartikel erkennen, dasselbe kann man bei Kaffee beobachten. Der Ruß wird nur sehr
fein verteilt, löst sich aber nicht vollständig auf. Pigmente werden hauptsächlich zur
Herstellung deckender Farben verwendet.
Daraus kann man folgendes
ableiten:
Farbstoffe verbinden sich
vollständig mit Löse- und Bindemitteln, während Pigmente sich nur sehr fein verteilen,
sich aber nicht vollständig auflösen.
Weiterhin:
Farbstoffe ergeben
durchsichtige, Pigmente undurchsichtige Lösungen.
II. Entwicklung von Farbmitteln damals und heute
1. Ursprünge von Farbmitteln
Die ersten von Menschen
benutzten Farbmittel sind mineralischen Ursprungs. Die ältesten uns überlieferten
farbigen Darstellungen sind die von Tieren in den Höhlen von Altamira in Nordspanien und
in Lascaux in Südfrankreich. Ihr Alter wird auf etwa 10.000 bis 20.000 Jahre geschätzt.
Bei den verwendeten Farbmitteln handelt es sich um anorganische, natürlich vorkommende
Pigmente, die aus Kreide, Manganerzen, eisenhaltigen Tonerdesilikaten und Eisenoxiden
u. a. hergestellt wurden.
Der erste Einsatz von
pflanzlichen und tierischen Säften ist zeitlich nicht mehr festzustellen. Bekannt ist
nur, daß in japanischen, chinesischen und indischen Kulturkreisen die Färbekunst mit tierischen
Farbmitteln schon vor Jahr-tausenden von Bedeutung war. Auch im alten Ägypten wurde
schon mit pflanzlichen Farbstoffen gefärbt.
a) Naturfarbstoffe:
- Tierische Farbstoffe:
* Purpur, der
wohl bekannteste Farbstoff, wurde früher aus dem
Drüsensekret der
Purpurschnecken gewonnen. Für 1 g Purpur benötigte man 12.000 (!) Purpurschnecken.
* Kermesscharlach,
der billigere Nachfolger des Purpur wurde aus
Schildläusen hergestellt,
die im April und Mai von den Blättern gekratzt und anschließend getrocknet wurden.
- Pflanzliche
Farbstoffe:
* Die Krappwurzel
wurde seit Karl dem Großen auch in Mitteleuropa
angebaut. Der rote Farbstoff
wurde durch Zerkleinern, Trocknen und Aufkochen der Wurzel hergestellt.
* Von der Waidpflanze
wurde ein blauer Farbstoff gewonnen. Im Saft der
Blätter dieser Pflanze ist
ein Stoff enthalten, der sich an der Luft schnell blau färbt.
* Durch den Indigofarbstoff
wurde die Waidpflanze dann verdrängt, da
die Indigopflanze um das
dreißigfache ertragreicher war und ein viel klareres Blau erzeugte.
b) synthetische Farbstoffe:
Das erste synthetische
Farbmittel wurde 1856 von W.H. Perkin in England dargestellt. Mauvein ist ein
basischer Azinfarbstoff, der sich in Gegenwart von Säuren purpurrot färbt. Heute hat er
keine Bedeutung mehr. Drei Jahre später entdeckte Verguin in Frankreich Fuchsin
als zweites synthetisches Farbmittel. Fuchsin gehört zur Gruppe der
Triarylmethanfarbstoffe und löst sich im Wasser mit roter Farbe. Fuchsin spielt heute
aufgrund seiner unzureichenden Säure- u. Alkalibeständigkeit ebenfalls keine Rolle mehr.
Mit der Synthese der
Farbstoffe Mauvein, Fuchsin und Alizarin wurde eine umwälzende Entwicklung der
Farbenindustrie eingeleitet, in der bald Deutschland die Führung übernahm.
Synthetische Farbstoffe sind
z.B.:
- basische Farbstoffe
Aufgrund der chemischen
Zusammensetzung sind dies brillant leuchtende Farbstoffe, jedoch mit einer schlechten
Lichtechtheit (sehr schnell verblassender Farbeffekt) und meistens ökologisch bedenklich.
- Säure-, Direkt- und
Reaktivfarbstoffe
Dies sind nicht so brillant
und farbintensiv wirkende Farbstoffe, die jedoch eine gute bis sehr gute Lichtechtheit
besitzen und in den meisten Fällen ökologisch unbedenklicher als basische Farbstoffe
sind.
c) Pigmente
Natürliche und synthetische
Pigmente bestechen durch ihre ausgezeichnete Lichtechtheit. Hier unterscheidet man:
- Erdpigmente (z.B. Ocker)
- Mineralpigmente (z.B. aus
Magnesium)
- Metallpigmente (z.B.
Aluminium)
- Kohlenstoffpigmente (z.B.
Ruß)
2. Internationale Einteilung von Farbmitteln
Jeder chemische Farbstoff
bzw. jedes Pigment hat eine internationale Zuteilungsnummer, dies ist die sog. Color
Index Nummer.
Damit können Handelsnamen
der verschiedenen Hersteller eindeutig klassifiziert und zugeordnet werden:
z.B.:- Acid-blue 25
= Acilan direct blue A
(Bayer) = ERIO blue GRL (CIBA)
- Direct blue 76
= Sirius blue F4GA (Bayer) =
Durazol blue 2GN (ICI)
- Pigment blue 15
= Paperblue BNL (CIBA) =
Heliogen blue 6930 (BASF)
III. Einfluss des Lichtes auf den Farbton
1. Die Spektralfarben des Sonnenlichts
Alle Gegenstände und
Körper unserer Umwelt erscheinen uns in vielen unterschiedlichen Farben. Die Ursache der
Farbigkeit ist auf die Eigenschaften des Lichtes und die chemische Zusammensetzung der
Stoffe zurückzuführen, aus denen die Gegenstände aufgebaut sind. Jede Farbwahrnehmung
geht im Prinzip auf 4 Faktoren zurück: Lichtquelle, beleuchtetes Objekt, Auge und
Bewusstsein.
Lässt man in einer
speziellen Versuchsanordnung Sonnenlicht durch einen schmalen Spalt treten und auf ein
Prisma treffen, so erhält man auf einem hinter dem Prisma angeordneten Schirm ein
zusammenhängendes farbiges Bild: das Spektrum. Es wurde um 1700 von dem englischen
Forscher Isaac Newton entdeckt.
Weiterhin lässt sich das
Licht physikalisch als elektromagnetische Welle beschreiben. (Einheit: Nanometer =
nm). Das menschliche Auge kann nur den Bereich mit einer Wellenlänge von 400 - 750 nm
wahrnehmen. Die unterschiedlichen Wellenlängen lösen beim Menschen das Farbempfinden
aus. Man kann Farben auch über Frequenzen messen. Es gilt, je länger die Welle, desto
niedriger die Frequenz.
2. Farbmischung
Die Grundfarben gelb,
magenta, cyan sind sog.
Körperfarben, die bei Mischung die Lichthelligkeit verändern und damit andere dunklere
Farbtöne ergeben.
Ein Beispiel hierfür sind
die Farben, die Sie mischen, z.B. Malfarben.
IV. Ursprünge des Stempels
Stempel und ihre Vorgänger,
die Siegel, gibt es schon länger als das Papier. Vor der Verwendung von Papyrus wurden
Siegel zur Kennzeichnung von Besitztümern benutzt. Ziegelsteinhersteller prägten Ihren
"Firmenstempel" in die Ziegelsteine ein und zugeschnittene hölzerne Formen
wurden benutzt, um Bilder und Motive in feuchte Tontafeln einzudrücken.
Die früheste persönliche
Kennzeichnungsvorrichtung war das Amulett, auf dem magische Zeichen eingraviert waren. Man
glaubte, dass der Tonabdruck eines solchen Amulettes die magischen Kräfte des Originals
beinhaltete.
Herodotus "Vater der
Geschichte" hat überliefert, dass jeder Babylonier einen Siegelstein trug. Es ist
anzunehmen, dass solche persönlichen Kennzeichen im alten Babylon genauso wichtig waren,
wie in der heutigen Konsumgesellschaft.
Später wurde der Gebrauch
von Siegeln in Europa nicht mehr jedem gestattet. Sie wurden zum Symbol von Macht und
sozialem Status.
Im Mittelalter war die
Benutzung von Siegeln Kaisern und Königen vorbehalten, weitete sich dann aber auf
Bischöfe und den Hochadel aus. Möglicherweise genossen auch Handwerkergilden und die
Patrizier den Privileg des eigenen Siegels.
Aus der Form des Siegels
entwickelten sich die Stempel.
Heutzutage sind Stempel
wieder für jeden selbstverständlich. Keine Firma kommt ohne Sie aus und in manchen
Ländern, wie zum Beispiel China gilt ein Stempelabdruck mehr als eine persönliche
Unterschrift.
Die Palette der
Stempelgeräte reicht von Holz-, bzw. Kunststoffstempelgriff über Metall-,
Paginierstempel, über Selbstfärbegeräte, hin zum Mikrostempel.
Bedingt durch die
verschiedensten Stempelgeräte und Anwendungsmöglichkeiten, wurden die
unterschiedlichsten Stempelfarben entwickelt.
V. Generelles über Stempelfarben
1.Man
unterscheidet Stempelfarben wie folgt:
a) Stempelfarben auf Wasserbasis
Dies sind Zusammensetzungen
von Farbstoffen, Pigmenten, Glycerinen, Glykolen, Bindemitteln, sowie geringen Mengen von
Alkohol und Wasser.
Eingesetzt werden diese
Farben in erster Linie für poröse Oberflächen, wie z.B. Papier.
Verwendung finden diese
Farben in erster Linie bei Handstempeln sowie Selbstfärbegeräten. Als Stempelplatten
können Gummi- sowie Polymerplatten verwendet werden.
b) Stempelfarben auf Ölbasis
Dies sind Zusammensetzungen
von Farbstoffen, Pigmenten , Bindemitteln
und Ölen
Eingesetzt werden diese
Farben in erster Linie auf porösen Oberflächen, wie z.B. Papier.
Hier kommen Paginiergeräte,
sowie Handstempel mit Metall- oder ölfesten Gummiplatten zur Anwendung.
c) Stempelfarben auf Alkoholbasis
In diesem Falle werden
Farbstoffe, Pigmente und Bindemittel mit Alkoholen gemischt.
Alle nicht porösen
Oberflächen können mit diesen Farben gekennzeichnet werden.
In erster Linie werden hier
Handstempel mit Gummi- oder alkoholbeständigem Polymerplatten verwendet.
2. Grundsätzliche Hinweise
a) Lagerung
Stempelfarben sollten
grundsätzlich so schnell wie möglich verwendet werden. Bei sachgemäßer Lagerung
(Raumtemperatur sowie dunkler Lagerort) ist die Lebensdauer von
- Farben auf Wasserbasis:
mindestens 5 Jahre
- Farben auf Ölbasis:
mindestens 2 Jahre
- Farben auf Alkoholbasis:
mindestens 1 Jahr
b) Warenetiketten
Bedingt durch die
Gefahrstoffverordnung sind verschiedene Farben mit sog. Warenetiketten zu kennzeichnen.
Diese dürfen auf keinen Fall entfernt werden.
c)
Sicherheitsdatenblätter
Für jede einzelne Farbe
stehen entsprechende Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung. Diese informieren Sie
detailliert über
- Stoff-, Zubereitungs- und
Firmenbezeichnung
- Zusammensetzung/ Angaben
zu den Bestandteilen
- Mögliche Gefahren
- Erste-Hilfe-Maßnahmen
- Maßnahmen zur
Brandbekämpfung
- Maßnahmen bei
unbeabsichtigter Freisetzung
- Handhabung und Lagerung
- Persönliche
Schutzausrüstung
- Physikalische und
chemische Eigenschaften
- Stabilität und
Reaktivität
- Angaben zur Toxikologie
- Angaben zur Ökologie
- Hinweise zur Entsorgung
- Angaben zum Transport
- Kennzeichnungsvorschriften
|